Anni

Am 11.11.2025 kam Anni zu mir. Sie war noch sehr jung und hatte schwerstes PMV. Sie war nahezu blind und taub, hatte massive neurologische Probleme und fiepte noch wie ein kleines Baby.

Leider wurde es mit der Zeit nicht besser. Auch Vitamin B brachte keine entscheidende Verbesserung, sodass Anni dauerhaft per Hand gefüttert werden musste. Angesichts der Vielzahl an Problemen, die sie mitbrachte, waren ihre Aussichten denkbar schlecht. Eine Euthanasie stand daher von Anfang an im Raum – vor allem wegen des extremen PMVs und der damit verbundenen Einschränkungen.

Doch ich wollte Anni nicht aufgeben.

Anfang 2026 ergriffen wir die letzte Möglichkeit, die uns blieb. In einem letzten Versuch bekam Anni Zylexis und Vitamin B gespritzt. Normalerweise wird diese Behandlung dreimal durchgeführt und wenn sie anschlägt, sollte sich relativ schnell eine Veränderung zeigen. Doch leider geschah zunächst nichts.

Trotzdem wollte ich Anni noch nicht aufgeben. Wir wagten einen weiteren Versuch. Dabei war klar: Wenn auch dieser nichts bewirken würde, müssten wir die Entscheidung für eine Euthanasie treffen, um Anni ein Leben voller Leid zu ersparen.

Doch auch diesmal zeigte sich nicht die erhoffte Verbesserung.

Damit gab es eine wortwörtliche Deadline: Eine Woche blieb uns, um eine Veränderung zu sehen. Anni hatte weiterhin schwere neurologische Probleme, aber so richtig aufgeben wollte sie sich offenbar nicht. Und ich wollte es ebenso wenig.

Um die Entscheidung nicht alleine treffen zu müssen, gab ich Anni für diese eine Woche zu einer Freundin, die ebenfalls Tauben päppelt. Ich wollte ihre Einschätzung hören und gemeinsam mit ihr beurteilen, ob Anni noch eine Chance auf ein lebenswertes Leben hatte.

Und dann geschah etwas, das wohl niemand mehr erwartet hatte.

Als hätte Anni verstanden, dass ihr Leben auf dem Spiel stand, machte sie innerhalb von weniger als zwei Tagen unglaubliche Fortschritte. Sie begann plötzlich selbstständig zu fressen und zu trinken, wurde von Tag zu Tag aktiver und konnte sich immer länger aufrecht halten.

Damit war die Euthanasie vom Tisch. ❤️

Inzwischen ist Anni wieder bei mir und darf hier ihr Leben als Wohnungstaube genießen. Sie liebt Streicheleinheiten, badet für ihr Leben gerne und genießt es, in der Sonne zu liegen. ☀️

Anni hat sich unglaublich gut entwickelt und wird jeden Tag selbstsicherer. Und wer weiß – vielleicht zieht demnächst auch noch ein Täuber bei uns ein, der hoffentlich die Liebe ihres Lebens wird. 🥰

Nach allem, was Anni durchgemacht hat, hat sie sich ihren Platz im Leben mehr als verdient.

Anni würde sich deshalb ganz besonders über einen Paten freuen, der sie auf ihrem weiteren Weg unterstützt und ihr zeigt, dass sich ihr Kampf gelohnt hat. 🕊️❤️

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