Fakten über Stadttauben
 

Übertragung von Krankheiten

Stadttauben übertragen entgegen vieler Vorurteile nicht mehr Krankheiten als eine Meise oder Amsel. Die meisten Erreger sind wirtsspezifisch und stellen keine Gefährdung für den Menschen dar. Das wurde schon längst in zahlreichen Studien bewiesen, u.a. vom Robert-Koch-Institut. Das Zusammenleben mit Katzen und Hunden ist durch den engen Kontakt sogar "gefährlicher" als das Risiko einer Krankheitsübertragung durch eine Taube. 

Sogenannte Ornithosen, also durch Vögel auf Menschen übertragene schwere Krankheiten, sind meldepflichtig. Das Robert-Koch-Institut weist die Fälle jedes Jahr aus. Das Ergebnis in Sachen Stadttaube: Kein einziger Fall in über zehn Jahren, deutschlandweit. Gefährlich für den Menschen sind die Tauben also nicht.

Die Landeshauptstadt München schreibt in ihrem Infoblatt folgendes: 
" Das Risiko einer Ansteckung durch Stadttauben ist sehr gering. Dem gegenüber werden Zier- oder Nutzvögel als häufigste Infektionsquellen für Zoonosen beschrieben. Besonders betroffen von einer Gesundheitsgefährdung durch Vögel sind Personen mit geschwächtem Abwehrsystem."

Eine fachlich fundierte und äußerst detaillierte Übersicht über Taubenkrankheiten und ihre geringe Übertragbarkeit auf den Menschen finden Sie auf der Website der Erna-Graff-Stiftung

 

Gebäudeschädigung durch Taubenkot

Ihr Kot schädigt keine Gebäude. Das stellte u.a. die TU Darmstadt im Prüfungsbericht 2004 sowie das Bayerische Amt für Denkmalpflege fest. 

Die Experten stellten in der aufwändigen Prüfung keine relevanten Veränderung an den untersuchten mineralischen Baustoffen (z. B. Buntsandstein, Granit, Travertin, Zementmörtel, Vollziegel und Vollklinker) fest. Auch Holz (unbehandelt oder lasiert) zeigte keine nennenswerten Veränderungen. Lediglich bei Metallen zeigte sich Fleckenbildung durch Taubenkot und z. T. eine leichte Abnahme des Korrosionsschutzes.
Das bayrische Amt für Denkmalpflege stellte fest, dass der pH-Wert des Nasskots im neutralen bis schwach sauren Bereich liegt.

Taubenkot ist damit vorrangig ein ästhetisches und Kosten-Problem, besonders wenn es sich um Durchfall oder Hungerkot handelt. Das tritt nur auf, wenn kein artgerechtes Futter vorhanden ist und sich Stadttauben von heruntergefallenen Essensresten ernähren müssen oder gar nichts zu Fressen finden. 
In Taubenschlägen ist artgerechtes Futter vorhanden. Der Kot ist fest und lässt sich zusammenkratzen und entsorgen.

Selbstverständlich können wir verstehen, dass verkotete Balkone und Fassaden nicht besonders ansehnlich sind. Die Reinigung ist aufwändig und kostenintensiv. Die einzig nachhaltige und bewährte Lösung sind betreute Taubenschläge. Wegen der guten Bedingungen halten sich die Tauben die meiste Zeit im Schlag auf, wo auch der größte Teil des Kots landet. 

 

Tauben brüten mehr, wenn man sie füttert

Hartnäckig hält sich leider auch der Mythos, Stadttauben würden bei ausreichendem Futterangebot mehr und häufiger brüten. 
Stadttauben sind verwilderte Haustiere, denen es angezüchtet wurde, bis zu acht Mal im Jahr zu brüten. Das bedeutet, dass sie mindestens alle zwei Monate zwei Eier legen. Anders als Wildvögel brüten sie unabhängig von der Jahreszeit. Sogar im Winter und trotz Nahrungsnot. 

Die hohe Taubenpopulation ist ein menschengemachtes Problem und wir stehen wiederum in der Verantwortung den Tieren zu helfen. Ein Aushungern ohne Alternativen wie ausreichend Taubenschläge ist aus Sicht des Tierschutzes nicht akzeptabel. 
Zum Beispiel vermehren sich Streunerkatzen ebenso unabhängig vom Futterangebot. Wenn kaum Futter vorhanden ist, werden sie und deren Kitten krank, verhungern oder verdursten. Sie sind auf die Hilfe der Menschen angewiesen. Genauso wie die Stadttauben. 

Tauben finden ausreichend zu Essen

Der größte Trugschluss ist, dass Tauben überall Futter finden würden. Ganz im Gegenteil, die meisten Tauben kämpfen täglich um's Überleben. Sie sind Körnerfresser und brauchen davon ca. 40 Gramm am Tag. Da sie aber in den Städten kein artgerechtes Futter finden, ernähren sie sich von Essensresten und Abfällen. Das macht die Tauben krank und verursacht den unbeliebten flüssigen Kot. Was sollen sie außerdem mit einer einzelnen Pommes Frites anfangen, wenn sie sich zu zehnt darum streiten müssen? 
Die meisten sind bis auf die Knochen abgemagert, was für Laien durch das Federkleid nicht erkennbar ist. Kranke und schwache Tauben "plustern" häufig, was den Eindruck erwecken kann, sie wären wohlgenährt. 

Dr. Christian Arleth, der juristische Referent der Landestierschutzbeauftragten, hat ein Gutachten veröffentlicht, das Taubenfütterungsverbote als rechtswidrig einstuft. Jedenfalls wenn kein funktionierendes kommunales Stadttaubenkonzept vorliegt. 
Er sagt, soweit in deutschen Kommunen noch Taubenfütterungsverbote existieren, sind diese als Landesrecht rechtswidrig, da sie gegen das höherrangige Bundestierschutzgesetz und das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz verstoßen. Deutsche Kommunen stehen sowohl tierschutzrechtlich als auch nach dem Fundrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der Pflicht. 

Das Gutachten ist lediglich eine Auslegung und noch kein Bestandteil des Tierschutzgesetzes. Es besteht demnach keine Forderungsgrundlage. In Berlin wurden die Ergebnisse des Gutachtens im Koalitionsvertrag berücksichtigt. Wir hoffen, dass noch weitere Kommunen nachziehen und das Gutachten künftig anerkennen werden. 

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